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Erfahrt mehrDass sich auf den Straßen was tun muss, ist hinlänglich bekannt. Vielleicht ist ja jetzt endlich die Zeit für die nötige Innovation gekommen, die die Verkehrswende voranbringen kann. Was Dienstwagen, Steuern und E-Scooter damit zu tun haben, erklärt René Braun, der Gründer von NAVIT.
Das Jahressteuergesetz 2024 weicht das Dienstwagenprivileg weiter auf: Unternehmen können das Mobilitätsbudget leichter einführen und Mitarbeitenden ein attraktives Angebot machen, auf E-Bike, E-Scooter & Co umzusteigen.
Innovation bedeutet auch, die Wahl zu haben.
Endlich die Wahl haben. Der vom Bundesministerium für Finanzen veröffentlichte Entwurf des Jahressteuergesetzes 2024 bringt die Verkehrswende voran und ermöglicht es, Mitarbeitenden morgens auf dem Weg zur Arbeit zwischen verschiedenen Mobilitätsoptionen auszuwählen. Unternehmen, die jetzt die Chance ergreifen und das Mobilitätsbudget bei sich einführen, verbessern ihre Klimabilanz und werden als Arbeitgeber attraktiver. Damit alle im Unternehmen das Angebot auch nutzen, bedarf es jedoch einer klugen Kommunikationsstrategie.
Die Verkehrswende ist vor allem flexibel
Verbote kommen in Deutschland nicht gut an, auch wenn sie dazu dienen, dass wir die Folgen der Klimakrise abmildern. Deshalb gibt es in Kantinen keinen verpflichtenden “Veggie Day”, aber meistens üppige Salatbuffets, die den Verzicht auf Fleisch leichter machen. Genauso sieht es auch bei der Mobilität für Mitarbeitende aus. Die Zeiten, in denen der Dienstwagen ein Statussymbol war, sind vorbei. Vielen Deutschen ist inzwischen klar, wie klimaschädlich jeder zurückgelegte Kilometer mit dem Auto im Vergleich zu etwa Bahn oder Rad ist. Laut der aktuellen Umweltbewusstseinsstudie finden 57 Prozent der befragten Deutschen den Schutz des Klimas sehr wichtig und ranken das Thema unter die fünf drängendsten politischen Themen. Noch mehr Zustimmung erhält der Umbau der deutschen Wirtschaft nach ökologischen Gesichtspunkten: 91 Prozent der Deutschen wünschen sich, dass Unternehmen klimabewusster agieren. Das Mobilitätsbudget passt gut zur deutschen Haltung: Umweltbewusstsein und entsprechende Maßnahmen ja, aber bitte nicht mit Verboten erzwingen! Stattdessen ist Flexibilität angesagt, denn diese schafft die notwendigen Anreize, das eigene Mobilitätsverhalten zu überdenken und sinnvoll anzupassen.
Endlich: Eine pauschale Versteuerung
Durch die Einführung des Mobilitätsbudgets auf politischer Ebene wird das steuerliche Dienstwagenprivileg weiter aufgebrochen. Zwar konnten bisher schon Steuervorteile genutzt werden, diese wurden aber auch für andere Dinge verwendet. Neu ist, dass die geplante Reform einen Steuervorteil ausschließlich für die Nutzung des Mobilitätsbudgets vorsieht. Losgehen soll es in Deutschland ab dem 01.01.2025 und das sind die wichtigsten Fakten: Unternehmen lassen ihren Mitarbeitenden die Wahl, wie sie zur Arbeit kommen möchten und finanzieren die Nutzung von beispielsweise E-Bikes, E-Scootern oder Carsharing-Angeboten. Entscheidend ist die vorgesehene Pauschalversteuerung mit 25 Prozent bis zu einer Höchstgrenze von 2.400 Euro. Das macht die Umsetzung für viele Unternehmen leichter, die sich bisher aus Angst vor komplexer Versteuerung noch gegen das Mobilitätsbudget entschieden haben und ihren Beschäftigten lediglich den Dienstwagen als Option anbieten konnten. Praktisch ist auch, dass der Steuervorteil mit existierenden Mobilitätsangeboten wie dem Jobticket oder dem Dienstfahrrad verbunden werden kann.
Mit KI-basierten Tools zum richtigen Mobilitätsmix für Mitarbeitende
Natürlich ist es komplexer, mehr als eine Option anzubieten und viele Unternehmen fragen sich, welches Angebot für ihre Belegschaft sinnvoll ist. Das lässt sich inzwischen ohne großen Aufwand durch KI-basierte Tools herausfinden. Anhand der Postleitzahl des Wohnortes der Mitarbeitenden wird eine Mobilitätsanalyse durchgeführt, die Aufschluss darüber gibt, welche Optionen überhaupt in Frage kommen. Dabei kann sogar herauskommen, dass es durchaus richtig ist, den Dienstwagen weiter als Option anzubieten. Es geht gerade nicht darum, diesen abzuschaffen, sondern die Möglichkeiten zu erweitern. Mitarbeitende, die im ländlichen Raum wohnen, nicht mit dem Rad kommen können und schlecht an den ÖPNV angebunden sind, sollen auf keinen Fall benachteiligt oder ausgeschlossen werden.
Wir stehen vor einem “Dienstfahrrad-Moment”
Wie viel die steuerliche Anpassung bewirken kann, zeigt ein Blick zurück: Eine ähnliche Entscheidung bezüglich der Nutzung von Dienstfahrrädern hat 2012 einen Boom ausgelöst. Damals wurde das Firmenrad steuerlich dem Dienstwagen angeglichen, seitdem gibt es fast keinen Dax-Konzern mehr ohne Fahrrad. Deutschlandweit beteiligen sich über 100.000 Unternehmen an der ersten Welle der Verkehrswende. Lernen kann Deutschland noch von Ländern, wie beispielsweise Belgien. Hier ist das Mobilitätsbudget bereits seit 2019 gesetzlich verankert und wird in Höhe von mindestens 3.000 bis maximal 16.000 Euro jährlich zur Verfügung gestellt. Besonders spannend ist der in Belgien mit dem Gesetz verknüpfte Anreiz, möglichst nahe dem Arbeitsplatz zu wohnen, um emissionsintensiven Pendelverkehr zu vermeiden. In einem Umkreis von zehn Kilometern werden Mietkosten und Hypothekenzinsen vom Arbeitgebenden mit abgedeckt.
Die Einführung des Mobilitätsbudgets alleine reicht nicht.
Nudging: Damit das Mobilitätsbudget auch genutzt wird, müssen Unternehmen die Vorteile intelligent kommunizieren
Die Einführung des Mobilitätsbudgets alleine reicht nicht. Das merken jetzt auch einige Arbeitgeber, die diesen Schritt bereits gegangen sind. Die Maßnahme muss kommunikativ begleitet werden, damit sie erfolgreich ist. Wie das am besten gelingt, zeigt ein Feldexperiment des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW. Für die Untersuchung wurden rund 300 Beschäftigte eines großen Unternehmens im Zeitraum von acht Wochen per Mail zum Thema Verkehr und Klimaschutz informiert. Am erfolgreichsten war die Verhaltensänderung bei den Mitarbeitenden, die per Mail eine Mischung aus sozialen Vergleichen und moralischen Appellen erhielten.
Dieses sanfte Anstupsen und aufmerksam machen auf bessere Optionen zu dem bisher gewohnten Verhalten, wird auch Nudging genannt. Die Mannheimer Forschenden fanden heraus, dass dadurch im Rahmen ihres Experiments die Nutzung des Autos um 38 Prozent reduziert werden konnte. Stattdessen entschieden sich die sensibilisierten Mitarbeitenden zu 44 Prozent mehr für Mietfahrräder und E-Scooter. Das zeigt, Wahlfreiheit und kluge Kommunikation auf Grundlage geeigneter Steuergesetze machen die Verkehrswende möglich.
Nudging: Damit das Mobilitätsbudget auch genutzt wird, müssen Unternehmen die Vorteile intelligent kommunizieren
Die Einführung des Mobilitätsbudgets alleine reicht nicht. Das merken jetzt auch einige Arbeitgeber, die diesen Schritt bereits gegangen sind. Die Maßnahme muss kommunikativ begleitet werden, damit sie erfolgreich ist. Wie das am besten gelingt, zeigt ein Feldexperiment des Mannheimer Wirtschaftsforschungsinstituts ZEW. Für die Untersuchung wurden rund 300 Beschäftigte eines großen Unternehmens im Zeitraum von acht Wochen per Mail zum Thema Verkehr und Klimaschutz informiert. Am erfolgreichsten war die Verhaltensänderung bei den Mitarbeitenden, die per Mail eine Mischung aus sozialen Vergleichen und moralischen Appellen erhielten. Dieses sanfte Anstupsen und aufmerksam machen auf bessere Optionen zu dem bisher gewohnten Verhalten, wird auch Nudging genannt. Die Mannheimer Forschenden fanden heraus, dass dadurch im Rahmen ihres Experiments die Nutzung des Autos um 38 Prozent reduziert werden konnte. Stattdessen entschieden sich die sensibilisierten Mitarbeitenden zu 44 Prozent mehr für Mietfahrräder und E-Scooter. Das zeigt, Wahlfreiheit und kluge Kommunikation auf Grundlage geeigneter Steuergesetze machen die Verkehrswende möglich.
René Braun ist Co-Gründer und CEO von NAVIT, der Mobilitätsplattform, mit der Unternehmen das gesamte Mobilitätsbudget ihrer Mitarbeitenden aufsetzen und verwalten können. Durch die vollständig automatisierte Integration in unternehmenseigene HR-, Payroll- und Steuersysteme lassen sich Anmeldungen und Zahlungen schnell durchführen und Berichte mühelos erstellen. Das spart Papierkram, viel Zeit und Geld. Startups, Mittelständler und Corporates wie Delivery Hero, Hyundai und Capgemini setzen bei ihren Mobilitätskonzepten bereits auf NAVIT. Vor der Gründung von NAVIT arbeitete René Braun beim Lufthansa Innovation Hub und Bombardier.
KI-gestützt und voll automatisiert: Entdeckt hier aktuelle Projekte und Aufgaben unsere Mitarbeiter. Einblicke in unsere Arbeit direkt auf der Website.
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